Wellness by Michael Tomasini

Synthese — 2026-W06

Woche ab dem 02.02.2026

(Wellness von Michael Tomasini – Executive Field Notes)

Diese Woche begann mit Kerzen und Kuchen und endete mit Verspätungen am Flughafen, einem Mietwagen mit Rechtslenkung und einem nächtlichen Blick über Dublin aus einem Hotelzimmer, der sich wie ein ruhiges Ausatmen anfühlte.

Wenn es ein Leitmotiv gab, das sich durch alles zog, dann dieses: Zuverlässigkeit ist wichtiger als Perfektion. Ich entschied mich stets für den Plan mit der geringsten Ausfallwahrscheinlichkeit – sei es, dass ich für einen Geburtstag mit vielen Desserts eine Keto-Alternative mitbrachte, einen riskanten Stadtlauf in Istanbul ausließ, weil der Freitagsverkehr meinen Flug hätte gefährden können, oder eine Flugverspätung in Kauf nahm, weil die Fluggesellschaft sich die Zeit nahm, ein defektes Navigationsbauteil auszutauschen, anstatt ein Sicherheitsrisiko einzugehen.

Montag – Geburtstagsenergie, Dessertkultur und ein sich wandelnder Geschmack

Montag war der Geburtstag meines zweiten Sohnes. Er wurde 14, und wir hatten das ganze Haus zu Besuch: Schwiegereltern und die restliche Familie, die übers Wochenende zum Skifahren angereist waren. Tagsüber verlief unser Leben parallel: Ich arbeitete im Homeoffice, meine Frau ging arbeiten, und die Jungs waren in der Schule. Währenddessen verwandelte sich die Küche in eine Bäckerei.

Mir wurde wieder einmal bewusst, wie normal Zucker in unserer Kultur ist – er ist nicht nur allgegenwärtig, sondern wird regelrecht gefeiert. Überall tauchten verschiedene Desserts auf: Schokoladenmuffins, Zimtschnecken, Käsekuchen und jene Art von Puderzucker-auf-Zucker-Kombinationen, die früher als Standard galten.

Das einzig Gute – und ehrlich gesagt die viel interessantere Geschichte – war, dass wir Alternativen hatten. Meine Frau hatte zum Geburtstag eine Keto-Variante eines Pekannusskuchens gebacken, und wir hatten außerdem einen großen Teller mit Obst und Nüssen. Die klassischen Desserts gab es natürlich auch noch, aber irgendetwas hatte sich in mir (und noch mehr in ihr) verändert: Nach monatelanger starker Zuckerreduktion schmeckten die “normalen” Desserts viel zu süß. Nicht “ein bisschen reichhaltig” … einfach zu süß. Das ist einer dieser kleinen Momente, die einem unmerklich bestätigen, dass man seine Essgewohnheiten verändert.

Ein paar Tage zuvor, am Samstag (30. Januar), hatten wir als Familie ein ganz anderes süßes Experiment gewagt. Die Jungs wollten Schokolade aus Rohzutaten herstellen, aber wir konnten nirgends Kakaobutter finden. Also haben wir kurzerhand umgesattelt: Wir haben Puderschokolade und eine Menge Zutaten genommen, bei denen wir uns fragten: “Was wäre, wenn wir das mal ausprobieren?” Sie haben Schokolade geschmolzen und über Nüsse, Marzipan, selbstgebackene Kekse und alles andere, was ihnen einfiel, gegossen. Es war ein herrlich chaotisches Durcheinander – Familienzeit, getarnt als Küchenexperiment.

Am Montagabend fühlte sich ein Gast unwohl und musste sich am nächsten Tag erholen.

Dienstag – Verschneite Straßen und gesperrte Zone 2 als Druckventil

Am Dienstag fuhren die Schwiegereltern nach Oberwiesenthal/Fichtelberg, um dort Zeit in den Bergen zu verbringen. Ich nutzte die Gelegenheit für meine mittlerweile bewährte Routine: einen nüchternen Lauf in Zone 2 in der Mittagspause.

Bei ihrer Rückkehr berichteten sie, die Straßen seien extrem glatt gewesen und sie hätten nur knapp einen Unfall vermieden. Dieses Detail ist wichtig. Es war kein theoretischer Winter – es war ein Winter, in dem es wirklich hätte schiefgehen können.

Mittwoch – Schneeschaufeln, Verzögerungen und Istanbul

Mittwoch war der Übergang: Schneeschaufeln, an geparkten Autos vorbeischlängeln und zum Flughafen Leipzig für eine Geschäftsreise nach Istanbul. Wegen des Wetters hatte sich der Flug von Leipzig nach Frankfurt verspätet. Ich habe den Anschlussflug noch geschafft – aber nur knapp. So ein typischer Reisemoment, wo man zwar innerlich ruhig ist, aber das Nervensystem einfach nicht mitspielt.

An diesem Abend in Istanbul aß ich eine Grillplatte – einfach, herzhaft und genau das Richtige für alle, die auf Reisen Kalorien brauchen.

Donnerstag – Kundengespräche, Portionskontrolle und Bergintervalle

Der Donnerstag war voll im Arbeitsmodus: Kundengespräche und ein viel zu üppiges Mittagessen. Anstatt mich den ganzen Tag über zu überessen, tat ich etwas, das zwar langweilig klingt, aber tatsächlich ein typisches Reiseverhalten ist: Ich hob mir einen Teil des Mittagessens für später auf.

Die Mahlzeiten blieben proteinreich und praktisch:

  • Eine Käseplatte und ein Caesar Salad
  • Abendessen: ein Lachssalat

Und trotz des vollen Terminkalenders in der neuen Stadt habe ich trotzdem trainiert. Ich bin in der Nähe Bergintervalle gelaufen und habe einen Strava-Flug aufgezeichnet – so ein Beweis dafür, dass ich da war und trotzdem mein Ding durchgezogen habe.

Freitag – Das enttäuschende Ende (und der versteckte Sieg)

Der Freitag war ein enttäuschender Abschluss meiner ersten Istanbul-Reise – nicht etwa, weil Istanbul mich enttäuscht hätte, sondern weil mein Zeitplan nicht mitspielte. Beruflich war ich so eingespannt, dass ich die Stadt nicht besuchen konnte: Ich musste ein Angebot für einen Kunden fertigstellen und meine Präsentation für das Meeting am Montag in Irland fertigstellen. Angesichts des Verkehrs in Istanbul am Freitagnachmittag fühlte sich ein Stadtbummel an, als würde ich meinen Flug riskieren.

Also entschied ich mich für den risikoarmen Plan: ein paar Souvenirs für die Familie kaufen, dann zum Flughafen. Das hatte einen kuriosen Nebeneffekt: viel zu viel Zeit und unzählige Schritte durch die Terminals. Der Flughafen Istanbul ist riesig und hat mehrere Sicherheitskontrollen. Dort wird der Gedanke “Ich schau mal kurz rein” schnell zur Illusion.

Die Rückkehr nach Deutschland verlief im Grunde genauso, nur noch seltsamer:

  • Verspätungen bei der Ankunft in Frankfurt
  • Passkontrolle am Gate
  • Sicherheitskräfte verlassen Zone Z
  • Eine weitere Passkontrolle
  • Eine weitere Sicherheitsprüfung

Bei der letzten Sicherheitskontrolle waren sie besonders besorgt um meinen Selfie-Stick – er wurde wie eine potenzielle Waffe behandelt. Die Bundespolizei untersuchte ihn, fotografierte ihn und dokumentierte meinen Pass und Personalausweis. Dann, als ob die Realität surreal werden wollte, interessierten sich die Sicherheitsbeamten plötzlich für meinen TikTok-Account. Bizarr trifft es wohl am besten.

Der Flug von Frankfurt nach Leipzig hatte ebenfalls Verspätung – diesmal aufgrund eines Defekts im Bordcomputer. Und genau da lieferte mir die Woche zufällig eine treffende Analogie: Ein wichtiges Bauteil fiel aus, und Lufthansa nahm sich die Zeit, das defekte Teil zu ersetzen, anstatt uns mit einem fragwürdigen Flugzeug weiterfliegen zu lassen. Der Flug hatte zwar Verspätung, aber wir kamen sicher in Leipzig an.

Diese Entscheidung spiegelte mein eigenes Vorgehen die ganze Woche über wider: Zuverlässigkeit vor Geschwindigkeit.

Alle sprinteten, um ihre Züge zu erreichen. Ich hatte meine eigene kleine Deadline: Mein Parkplatz war nur bis Mitternacht bezahlt. Wir landeten kurz vor 23:30 Uhr, und ich erreichte mein Auto rechtzeitig, um vor Ablauf der Parkgebühr wieder auszusteigen. Ich kam kurz vor 1:00 Uhr am Samstag nach Hause.

Und zu Hause herrschte noch immer reges Treiben: Mein ältester Sohn war bei einem Freund, und mein jüngster war noch wach und spielte mit Freunden Videospiele – das gehörte zu seiner Geburtstagsfeier. Nach Flughäfen und Sicherheitskontrollen war es seltsamerweise beruhigend, wieder in das normale Teenagerchaos einzutauchen.

Samstag – Pfannkuchen, Trip-Chaining, ein sicherer Hobbyraum und Erholungsrituale

Samstagmorgen frühstückten wir gemeinsam: meine Frau, mein Sohn und drei seiner Freunde. Klassische Tomasini-Pfannkuchen. So ein Essen, das nicht “optimal” ist, aber absolut familiär.

Dann schaltete ich in den Haushaltsmodus: Glasrecycling, Tanken (die Tankstelle war am Vorabend aus unerklärlichen Gründen geschlossen gewesen), und weil wir dieses Jahr viel glatten Schnee hatten, verband ich die Runde mit dem Kauf von Salz und Sand im Baumarkt.

Ich habe mehrere Reisen hintereinander unternommen. Das ist zwar nicht glamourös, aber es reduziert Reibungsverluste – zukünftige Probleme verursachen Zinsen, wenn man sie ignoriert.

Der Samstag brachte auch einen stillen Beweis: Meine Frau zeigte mir stolz ihre Glukose- und Ketonwerte von ihrem Keto-Mojo-Gerät. Sie verfolgt ihre Ernährung und passt sie entsprechend an – echte, auf Feedback basierende Veränderung, nicht nur auf ein Bauchgefühl.

Am Nachmittag räumten mein jüngster Sohn und ich den Hobby- und Werkzeugraum im Keller auf. Ich hatte es wegen anderer Prioritäten immer wieder aufgeschoben, aber er interessiert sich sehr für Elektronik – und zum Geburtstag hatte er eine neue Lötstation bekommen. Beim Aufräumen ging es uns um mehr als nur um Ordnung; wir wollten ihm einen sicheren und funktionalen Arbeitsplatz schaffen. Wir räumten auf, entfernten Sägespäne und Reste von älteren Projekten und bereiteten den Raum für die nächste Bastelsaison vor.

Zum Abendessen gab es Udon-Nudeln und Hühnchen – dann folgte ein Erholungsritual, das tatsächlich stattfand: Wir bauten die Massageliege auf, ich gab meiner Frau eine Massage für ihre lange Woche, und sie revanchierte sich.

Sonntag – 5:30 Uhr: Heben, Feuerschein und Reisebeginn nach Irland

Am Sonntagmorgen stand ich gegen 5:30 Uhr auf, um Gewichtheben zu machen. Danach machte ich ein Feuer im Kamin an, räumte den Geschirrspüler aus, verabschiedete mich und fuhr zum Flughafen Leipzig.

Die Sicherheitskontrolle verlief problemlos. Mein Selfie-Stick – derselbe Gegenstand, der Tage zuvor in Frankfurt für Aufsehen gesorgt und polizeiliche Ermittlungen nötig gemacht hatte – wurde gar nicht bemerkt. Eine gute Erinnerung: Schwierigkeiten beim Reisen sind oft unvorhersehbar.

Die Flüge Leipzig → Frankfurt und Frankfurt → München verliefen reibungslos. Ich habe mein Fasten bewusst gebrochen: Zuerst Unicity Balance, dann Fleischbällchen mit Parmesan. Die Reisezeit nutzte ich außerdem, um nach Geburtstagsgeschenken für meine Frau zu suchen.

Der Flug von München nach Dublin begann mit einer 20-minütigen Verspätung aufgrund einer Drohnensichtung in Flughafennähe. Die Gesamtverspätung betrug schließlich fast eine Stunde, aber ich bin gut in Irland angekommen.

Ein Kollege tat es nicht. Er hatte übersehen, dass er für die Einreise nach Irland ein Visum benötigte und wurde daher nicht an Bord gelassen – er wird also am Montag per MS Teams zugeschaltet. Die Lehre daraus ist brutal und einfach: Die größten Reisepannen sind nicht immer auf mangelnde Fitness oder Disziplin zurückzuführen – sondern auf organisatorische Fehler.

Ich holte den Mietwagen ab, doch er war von einem anderen Fahrzeug zugeparkt, was mir einen unerwarteten Vorteil verschaffte: Ich hatte Zeit, mich zu orientieren. Rechtslenkung und Schaltgetriebe – beides neu für mich –, aber ich erreichte das Hotel in der Dubliner Innenstadt problemlos. Das Hotel war etwas schwer zu finden, aber ich fand es schließlich und hatte Glück mit einem Parkplatz in der Nähe.

Nach dem Einchecken unterhielt ich mich kurz mit meiner Familie und ging anschließend in der Altstadt zu einem deftigen Abendessen mit Rindfleisch. Den Abend ließ ich mit einem Spaziergang durch das Dubliner Nachtleben ausklingen, bevor ich ins Hotel zurückkehrte.

Und aus dem Hotelzimmer: die Stadt erleuchtet unter dunklem Himmel – Kirchturmspitzen ragten am Horizont hervor – ruhig genug, um das Gefühl zu haben, die Woche habe mir endlich eine Pause gegönnt.

Was ich diese Woche gelernt habe (ohne die Motivationsposter-Energie)

  1. Ihr Gaumen passt sich schneller an als Ihr soziales Umfeld.
    Was früher “normal süß” war, kann plötzlich zu süß werden. Das ist kein Verzicht – es ist eine Neuausrichtung.
  2. Zuverlässigkeit ist eine Strategie für Wohlbefinden.
    Die Auslassung des Istanbul-Stadtflugs war kein Versagen, sondern Risikomanagement. Dasselbe gilt für eine Fluggesellschaft, die eine wichtige Navigationskomponente austauscht, anstatt darauf zu hoffen, dass alles in Ordnung ist.“
  3. Kleine Systeme entscheiden die Woche.
    Erledigungen auf mehreren Touren kombinieren, proteinreiche Mahlzeiten, Trainingsfenster im Fastenzustand, Krafttraining um 5:30 Uhr und ein einfaches Regenerationsritual zu Hause – nichts davon ist spektakulär. Aber es funktioniert.

Häufig gestellte Fragen

Wie bleibt man auf Geschäftsreisen gesund?

Ich nutze ein einfaches System: Trainingsphasen im Fastenzustand, wenn möglich, Mahlzeiten mit hohem Proteingehalt als Hauptbestandteil und “Puffer” (Zeitspielräume), um überstürzte Entscheidungen zu vermeiden, die Stress und ungesunde Lebensmittelwahl zur Folge haben.

Was sollte man am Frühstücksbuffet eines Hotels essen?

Ich stelle meinen Teller so zusammen, dass er proteinreich und sättigend ist: Käse, Eier oder Fisch, Oliven, Olivenöl und, wenn möglich, Gemüse – und dann ist Schluss. Das verhindert den Blutzuckerabfall und ständiges Naschen.

Wie trainiert man, wenn man beruflich unterwegs ist?

Ich plane eine Basiseinheit (Krafttraining oder Intervalltraining) und eine lockere Ausdauereinheit (Zone 2) ein. Kurze, regelmäßige Einheiten sind besser als perfekt geplante, die nicht stattfinden.

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