Wellness by Michael Tomasini

Datenbank-Roulette, Backup-Pläne und Aerobic-Beweis

Wöchentliche Feldnotizen – Veröffentlichung am 1. Februar

Letzte Woche war ein Paradebeispiel für echte Beständigkeit: keine perfekten Bedingungen, kein perfekter Zeitplan – einfach gute Entscheidungen unter gegebenen Umständen. Ich teilte die Woche zwischen Homeoffice und Reisen (Berlin zu meinem jährlichen Mitarbeitergespräch) auf und schloss sie mit einem Familienwochenende ab, das gleichzeitig als effektives Ausdauertraining diente.

Der rote Faden, der alles verband, war einfach: Puffer aufbauen, das Prinzip beibehalten und die Woche nutzen, die man tatsächlich hat.

Die Arbeitswoche: planbare Arbeit, unvorhersehbare Logistik

Montag–Dienstag: Homeoffice.

Mi–Do: Berlin für meinen Jahresbericht.

Fr.: Homeoffice (plus Abholung eines Workshops, die sich zu einer Schulung entwickelte).

Sa.–So.: Zeit mit der Familie – mit einem langen Tag auf der Langlaufskiern als Bonus.

DB Roulette: Warum ich Reisen wie Risikomanagement plane

Ich nenne Zugreisen in Deutschland mittlerweile “DB-Roulette”, weil man nie genau weiß, wann (oder ob überhaupt) man am geplanten Ziel ankommt. Das ist kein Jammern – es ist einfach die Realität: Bahnsteigwechsel, Verspätungen, verpasste Anschlüsse und der Dominoeffekt, der entsteht, wenn sich eine Sache um zehn Minuten verschiebt.

Deshalb plane ich es wie ein Erwachsener:

  • Ich baue eine reale Pufferzeit ein (keinen “optimistischen Puffer”).
  • Ich bevorzuge flexible Tickets, wenn es tatsächlich auf die Zeit ankommt.
  • Ich gehe davon aus, dass ich mindestens einmal einen Plan B brauchen werde.

Diese Reise hatte einen kleinen, aber feinen Vorteil: Mein Ticket beinhaltete den Zugang zur DB Lounge. Als mein Bus zwei Minuten nach der planmäßigen Abfahrtszeit des Zuges zurück nach Chemnitz am Bahnhof ankam, sorgte die Flexibilität und die Ausweichmöglichkeit dafür, dass die ganze Situation viel ruhiger und einfacher zu bewältigen war.

Warum ich mich für den Zug entschieden habe (es lag nicht nur an DB Roulette)

Es gab mehrere Gründe, warum ich nicht gefahren bin:

  1. Wetterunsicherheit (Schnee-/Eisgefahr und unvorhersehbare Straßenverhältnisse).
  2. Zeiteffizienz (Ich kann im Zug arbeiten).
  3. Mein Auto war zur Ölwechsel in der Werkstatt.

Ursprünglich war der Plan ganz einfach: Auto am Mittwoch abgeben, mit dem Bus zum Bahnhof, mit dem Zug nach Berlin und es dann am Donnerstag nach der Rückkehr wieder abholen. Doch dann kam alles anders. Ein spätes Mittagessen mit meinem Chef und Verspätungen im öffentlichen Nahverkehr führten dazu, dass ich zu spät in Chemnitz ankam, um die Werkstatt noch vor Schließung zu erreichen. Also habe ich umgedacht: Mit der Straßenbahn nach Hause und das Auto am Freitag abholen.

Das ist die eigentliche Lektion: Gute Systeme sind nicht zerbrechlich. Sie sind flexibel.

Donnerstag: Wenn der Lauf ausfällt, beachte den Grundsatz

Ich hatte geplant, in Berlin draußen zu joggen, aber die Gehwege waren wirklich gefährlich. Überall lag Eis – da war Vorsicht geboten. Also habe ich umdisponiert.

Statt im Hotel zu frühstücken, absolvierte ich ein Krafttraining im Fastenzustand.

Diese Entscheidung hatte zwei Folgen:

  • Es schützte mich vor einem vermeidbaren Verletzungsrisiko.
  • Es versetzte mich in eine starke mentale Verfassung für ein schwieriges Gespräch.

Man spricht oft von “Disziplin”, als ginge es nur darum, mehr zu leisten. Manchmal geht es aber darum, den richtigen Stressfaktor zu wählen. Krafttraining verschaffte mir gleich zu Beginn des Tages einen klaren Erfolgserlebnis und half mir, konzentriert und gelassen in die Verhandlungen zu gehen.

Wichtigste Erkenntnis: Kontinuität bedeutet nicht, immer wieder dasselbe Training zu absolvieren. Es geht darum, das Prinzip zu wiederholen – sicher und zielgerichtet im Rahmen der täglichen Möglichkeiten zu trainieren.

Freitag: Umwandlung der Werkstattabholung in eine Schulungssitzung

Da ich das Auto am Donnerstagabend nicht abholen konnte, habe ich es am Freitagmittag getan. Anstatt die Zeit ungenutzt verstreichen zu lassen, habe ich sie sinnvoll genutzt und gleichzeitig mein Fastenfenster eingehalten.

Freitagstour (mit vielen Erledigungen):

  • 6,1 km in ca. 34:29
  • Durchschnittstempo ~5:39 min/km
  • Durchschnittliche Herzfrequenz 141 Schläge/min, maximale Herzfrequenz 168 Schläge/min

Kein Heldentraining. Einfach eine clevere Kombination aus Erledigung, Training und Schwung.

Wichtigste Erkenntnis: Eine erfolgreiche Woche ist nicht eine Woche ohne jegliche Störungen. Es ist eine Woche, in der Störungen Ihre Identität nicht beeinträchtigen.

Samstag: die ruhige Arbeit, die Sonntage ermöglicht

Der Samstag stand ganz im Zeichen der Familienvorbereitungen. Meine Schwiegermutter und ihr Freund kamen für die kommende Woche zu Besuch, um den Geburtstag meines jüngsten Sohnes zu feiern. Deshalb halfen wir gemeinsam beim Einrichten des Hauses und beim Einkaufen.

Das ist der Aspekt, den viele vergessen, wenn sie von “Balance” sprechen. Die unglamourösen Dinge – Planung, Vorbereitung, Lebensmittelvorratung – reduzieren späteren Ärger. Sie verhindern, dass die Woche im Chaos endet.

Sonntag: Stoffwechselflexibilität + ein verbessertes Familienritual

Am Sonntagmorgen habe ich bewusst gefrühstückt – das gehört zu meiner Flexibilität und dazu, mich dem Familienrhythmus anzupassen. Wir holen uns traditionell Brötchen vom Bäcker für ein klassisches Sonntagsfrühstück.

Was sich im Laufe der Zeit geändert hat, ist die Vorgehensweise. Früher bin ich um 5 Uhr aufgestanden, erst joggen gegangen und habe dann die Brötchen abgeholt. Jetzt gehe ich mit meiner Frau zum Bäcker. Es ist eine kleine Veränderung, die aber alles ganz unmerklich verbessert: mehr gemeinsame Zeit, ein entspannterer Start in den Tag, und die Tradition bleibt erhalten.

Erkenntnisgewinn: Die besten Gewohnheiten sind nicht immer die strengsten. Manchmal sind es diejenigen, die das Ritual beibehalten und gleichzeitig die Beziehungen verbessern.

Sonntag: Langlauf als echte Halbmarathon-Unterstützung

Nach dem Frühstück gingen die Jungs und ich in Fichtelberg in Oberwiesenthal Langlaufen. Es war das erste Mal, dass ich meine neuen Skier benutzte, und es überkam mich eine überraschende Dosis Nostalgie – Kindheitserinnerungen und meine Zeit im Skiteam meiner High School.

Wir trafen uns zum Mittagessen in der Hütte oben, fuhren dann wieder mit den Skiern zurück und fuhren nach Hause.

Sonntags-Nordischer Skisport (Beweis):

  • 13,42 km
  • 2:22:59 Uhr
  • 370 m Höhengewinn
  • Durchschnittliche Herzfrequenz 100 Schläge pro Minute, maximale Herzfrequenz 139 Schläge pro Minute
  • HR-Verteilung: 78% Z1, 22% Z2
  • Bedingungen: -3 °C (gefühlt -5 °C), bewölkt

Genau diese Art von gelenkschonendem Ausdauertraining unterstützt das Halbmarathon-Training, ohne die Beine zu überlasten. Ganzkörper-Aerobic-Training, gleichmäßige Belastung und eine enorme mentale Erholung.

Bonus-Comedy: Sogar meine Wearables brauchten einen Backup-Plan.

Nach dem Motto “DB Roulette” habe ich auf Nummer sicher gegangen: Ich habe den Skitag mit der Fitbit-App auf meinem Handy aufgezeichnet und das Training gleichzeitig auf meiner Uhr gestartet. Zum Glück – denn meine Fitbit-Uhr hat mal wieder versagt. Sie hat komplett den Dienst verweigert, bis ich kurz vor dem Abendessen nach Hause kam.

Die Pointe? Als ich es anschloss, startete es neu und meldete ganz ruhig den Akku 51%.

Ja, Züge sind unberechenbar, das Wetter ist unberechenbar, und meine Uhr gehört offenbar auch dazu. Die Lehre daraus: Systeme sind entscheidend. Backups sind wichtig.

Wichtigste Erkenntnis: Wenn Ihnen die Daten wichtig sind, sollten Sie sich nicht auf ein einzelnes Gerät verlassen. Nutzen Sie eine zusätzliche Aufzeichnungsmethode (z. B. Smartphone-App + Smartwatch oder Smartwatch + zweiter Tracker), insbesondere bei längeren Sitzungen.

Die wichtigste Erkenntnis aus Sicht der Sponsoren: Was diese Woche zeigt

Diese Woche ging es nicht um perfekte Trainingsblöcke, sondern um wiederholbare Leistungen im realen Leben:

  • Resilienz im Reiseverkehr: Puffer, flexible Entscheidungen und gelassene Anpassung unter Unsicherheit.
  • Konsequente Sicherheit hat oberste Priorität: Umstellung der Vorgehensweise bei riskanten Bedingungen.
  • Evidenzbasiertes Training: Reale Kennzahlen (Distanz, Zeit, Herzfrequenz) verknüpft mit realen Entscheidungen.
  • Familienintegriertes Wohlbefinden: Gemeinsame Routinen, die für nachhaltige Beständigkeit sorgen.
  • Glaubwürdigkeit im Alltag: Die Arbeitswoche, die Reisestrapazen, das Familienwochenende – so sieht der Alltag der meisten Menschen tatsächlich aus.
  • Daten- und Geräterealismus: Backups und praktisches Tracking bei technischen Problemen.

Das ist der Bereich, den ich verfolge: praktische Leistung für vielbeschäftigte, reisende Berufstätige – messbar, realistisch und nachhaltig.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert