Woche 03 (2026-W03): Getestet, nicht nur motiviert
Ein Wellnesssystem auf einer Geschäftsreise
Es besteht ein großer Unterschied zwischen motiviert und sein getestet.
Motivation ist leicht, wenn das Leben reibungslos verläuft.
Testen findet statt, wenn das Leben laut ist: Flughäfen, Meetings, Hotelbetten und die seltsame Kombination aus “beschäftigt” und “müde”, die alles ein bisschen schwieriger erscheinen lässt, als es sein sollte.
Diese Woche bin ich gereist nach Valence, Frankreich für ein Kickoff des Vertriebsteams (Montag–Dienstag) und kehrte am Mittwoch nach Hause zurück. Offiziell ist es nur eine Geschäftsreise.
In der Praxis ist es ein perfekter Stresstest für jede Wellness-Routine – denn Reisen kümmert sich nicht um Ihre Gewohnheiten.
Reiseanfragen: Wie realitätsnah ist Ihr System wirklich?
Der Fehler, den die meisten Leute vor der Reise machen
Hier ist das klassische Muster:
- Sie reisen → Routineunterbrechungen
- Du kommst nach Hause → du “setzt” aggressiv zurück
- Diesen Zyklus wiederholt man so lange, bis man anfängt zu glauben, dass Beständigkeit unmöglich ist.
Das Problem bist nicht du. Es liegt am Design.
Die meisten Routinen sind auf ideale Tage ausgelegt. Dienstreisen erzeugen keine idealen Tage.
Anstatt also zu versuchen, meine gewohnte “Heimatroutine” in Valence beizubehalten, konzentrierte ich mich auf eine Idee:
Ich versuche nicht, perfekt zu sein. Ich versuche, portabel zu sein.
Die tragbare Version von Konsistenz
Während einer Reisewoche stellt sich die Frage:
Welche kleinen Gewohnheiten bewirken dennoch etwas?
Für mich ist das in der Regel eine kurze Liste:
- Bewegung: etwas, das man täglich tun kann, auch wenn es klein ist
- Nahrungsrhythmus: eine einfache Struktur, nicht Perfektion
- SchlafschutzNicht “8 Stunden”, sondern Schadensminimierung.
- Neustart des Nervensystemsein paar Minuten der Ruhe, des Atmens oder des Gehens
Denn die größte Gefahr bei Geschäftsreisen ist nicht das verpasste Training.
Es ist diese “Alles-oder-nichts”-Mentalität, die aus einem nicht ganz perfekten Tag eine ganze Woche des Scheiterns macht.
Valenzrealität: Meetings, Menschen, Druck
Auftaktveranstaltungen haben ihre ganz eigene Dynamik.
Sie sind eine Mischung aus Zusammenarbeit, Leistung, sozialer Dynamik und einem vollgepackten Terminkalender. Man ist den ganzen Tag “auf Sendung”, was sich zunächst gut anhört, bis man merkt, dass diese ständige Einsatzbereitschaft ihren Preis hat.
Die Kosten beschränken sich nicht nur auf den Energieaufwand. Es geht auch um die Wiederherstellung.
Und genau da liegt das Problem der Erholung: bei vielbeschäftigten Berufstätigen. Denn wir behandeln die Erholung wie etwas, das wir später angehen, wenn sich die Dinge beruhigen.
“Später” wird aber nur angezeigt, wenn man es einplant.
Diese Woche habe ich also etwas Einfaches ausprobiert:
Behandeln Sie die Genesung wie ein Treffen, das nicht abgesagt werden kann.
Kein großes Ritual. Ein kleines.
Ein Spaziergang. Ein Moment der Entspannung. Ein beruhigendes Mittel vor dem Schlafengehen. Alles, was Ihrem Körper signalisiert: Wir sind jetzt in Sicherheit, du kannst runterschalten.
Der Mentalitätswandel: von Disziplin zu Design
Folgendes lerne ich beim Aufbau dieses Projekts:
Das Ziel ist nicht, ein Roboter mit eiserner Disziplin zu werden.
Das Ziel ist es, ein System zu entwickeln, das auch für Menschen funktioniert.
Ein System, das überlebt:
- reisen
- Fristen
- gesellige Mahlzeiten
- Ermüdung
- Störung
Deshalb kehre ich immer wieder zu diesem Satz zurück:
Daten sind eine Taschenlampe, keine Peitsche.
Und Routine ist ein Werkzeug, kein Gefängnis.
Wenn eine Routine nicht flexibel ist, wird sie scheitern.
Die Lektion der Woche: “Geprüft” ist eine gute Sache
Diese Reise hat mir wieder einmal vor Augen geführt, dass eine Prüfung kein Beweis für Versagen ist.
Dass man getestet wird, ist der Beweis dafür, dass man tatsächlich lebt.
Und wenn Sie auch nur eine kleine Version Ihres Systems während einer Reise am Laufen halten können, bauen Sie etwas Stabiles auf.
Das Wichtigste ist nicht, ob man “genug” trainiert hat.”
Das Wichtigste ist, dass Sie Ihre Identität nicht aufgegeben haben:
“Ich bin jemand, der immer vorwärts geht.”
Kleines Experiment für nächste Woche (Startzeit unter 2 Minuten)
Vor jeder Dienstreise erstelle ich einen dreizeiligen Reiseplan:
- Minimale mögliche Bewegung: ____
- Ein Nahrungsanker: ____
- Ein Ankerpunkt für Schlaf/Erholung: ____
Das ist alles. Kein kompliziertes Programm. Einfach nur portable Konsistenz.

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